Herzog Christoph - Der Retter der Reformation in Württemberg

Die Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck prägte den klugen Satz: „Um das heute zu verstehen, muss man das Gestern sehen.“[1] Wer aus einem Abstand das Gestern betrachtet, kann die heutigen Aufgaben bestehen. Am 500. Geburtstag von Herzog Christoph möchte ich mit Ihnen sein Leben bedenken und von seiner bedenkenswerten Bildungspolitik lernen. Herzog Christoph zählt neben Graf Eberhard im Barte als Musterbeispiel eines vorbildlichen Regenten. Wie ein Beleg für dieses Urteil stehen in der Amanduskirche in Bad Urach zwei Statuen: Graf Eberhard im Barte, der neben der Gründung der Universität in Tübingen (1477) sich um das geistliche Leben mühte und Herzog Christoph, der in schwieriger Zeit die Regentschaft übernahm und der Reformation dauerhaft zum Durchbruch verhalf.

 

1. Beschwerliche Kindheit

Als Herzog Christoph am 12. Mai 1515 im Schloss Urach auf die Welt kam, war die Ehe seiner Eltern zerrüttet. Herzog Ulrich hatte sich zur Heirat mit Sabine von Bayern einer Nichte von Kaiser Maximilian drängen lassen.[2] Von Anfang an war die Beziehung belastet. Die Probleme steigerten sich, so dass die schwangere Herzogin aus Stuttgart floh. Wenige Tage vor der Geburt von Herzog Christoph ermordete Herzog Ulrich seinen Stallmeister Hans von Hutten bei einem Jagdausritt im Schönbuch.[3] Der Herzog hatte ein Verhältnis mit der Ehefrau seines Stallmeisters und der Adelige Angestellte äußerte sich abschätzig über das unehrenhafte Verhalten des Herzogs. Einige Monate nach der Geburt von Herzog Christoph floh Herzogin Sabine nach München. Der kleine Christoph und die zwei Jahre ältere Tochter Anna blieben in Württemberg[4]

Als im Januar 1519 Herzog Ulrich die freie Reichsstadt Reutlingen überfiel (28.1.1519), weckte er den Widerstand des Schwäbischen Bundes, der mit Unterstützung aus Bayern den tyrannischen Herzog aus dem Land jagte.[5] Dabei fielen die Kinder Anna und Christioph (6 u. 4 Jahre), in die Hände des Schwäbischen Bundes. Der Herzog von Bayern[6] wollte eine Vormundschaftsregierung einsetzen und für Christoph das Land erhalten. Doch Kaiser Karl V erstattete die Kriegskosten und veränderte bestehende Herrschaftsverhältnisse gegen sein eigenes Wahlversprechen, indem er 1521 Württemberg an seinen Bruder Erzherzog Ferdinand übergab.[7] Anna durfte zu ihrer Mutter nach Urach, aber für den kleinen Christoph begann eine lange Wanderschaft. Zuerst kam er an den Hof nach Innsbruck, um ihn standesgemäß und im katholischen Sinne zu erziehen. Neun Jahre lebte er hier und bekam Einblick in die Welt der Macht und der Diplomatie[8]. Ein Hofstaat von 18 Personen kümmerte sich um ihn.[9] Im Jahre 1525 kam er nach Wien (Neustadt)[10]. Hier wurde der humanistisch gebildete Michael Tiffernus[11] sein Lehrer und väterlicher Freund,  der ihm Latein und Geschichte lehrte.[12] Als im Jahre 1529 die Türken gefährlich nahe vor Wien kamen, rettete ihn Tiffernus. Anschließend siedelten sie in die Steiermark um.

 

2. Der Augsburger Reichstag 1530 und das Unrecht gegenüber Württemberg

Kaiser Karl V nahm den fünfzehnjährigen Christoph mit auf den Augsburger Reichstag. Hier hörte er von seinem rechtmäßigen Erbe[13]. Ausgerechnet auf diesem Reichstag wurde Erzherzog Ferdinand trotz Widerspruch aus den Reihen der Kurfürsten mit viel Pomp als Herrscher über Württemberg eingesetzt[14]. Im Anschluss an den Reichstag berief der Kaiser den jungen Mann in sein Gefolge,[15] so dass er Kontakt zu vielen europäischen Adeligen bekam. Von nun an kam er viel herum und lernte das riesige Reich der Habsburger kennen. Im Spätherbst 1530 reiste er mit dem Kaiser durch Württemberg. Als die Bevölkerung das mitbekam, kam es zu einem großen Auflauf. Immer klarer wurde Christoph über die näheren Umstände der Vertreibung seines Vaters und das Schicksal des Herzogtums Württemberg aufgeklärt.

 

3. Christophs Flucht und sein Ringen um sein Erbe

Der Herzog von Bayern, Landgraf Philipp von Hessen und sogar der König von Frankreich setzten sich dafür ein, dass der junge Prinz aus den Händen des Kaisers befreit wird.[16] Auf der Reise zum Reichstag nach Regensburg 1532 durfte Christoph seine Mutter in Urach besuchen. Bei der Gelegenheit wurden dem Prinzen in Württemberg wieder große Sympathien bekundet. Noch vor dem Reichstag wurde Christoph darüber informiert, dass man ihn aus dem Gefolge des Kaisers befreien wolle. Zuerst zögerte Christoph. Doch als die bayerischen Verwandten auf die Gefahren am kaiserlichen Hof hinwiesen, ließ er sich gewinnen. Als der Kaiser ihn über Italien nach Spanien mitnehmen wollte, wo Karl V beabsichtigte Christoph in ein Kloster zu stecken, entwich der Siebzehnjährige heimlich. Er flüchtete im Oktober 1532 mit Michael Tiffernus zu seinen bayerischen Verwandten.[17] In Bayern wurde er an wechselnden Orten versteckt gehalten und falsche Gerüchte gestreut. Schon Ende Oktober 1532 nahm Christoph brieflichen Kontakt mit seinen Eltern auf. Er versicherte Herzog Ulrich seinen Gehorsam.[18]

Nun zeigte sich, dass der junge Mann die Schule der Diplomatie bei Karl V meisterhaft gelernt hat[19]. Weise wandte er sich an den Schwäbischen Bund und unterstrich, dass er der rechtmäßige Erbe ist. Klug forderte Christoph gegenüber Ferdinand die Einhaltung des Vertrages von 1520, in dem ihm Tübingen und Neuffen zugesprochen wurden. Die württembergische Regierung mahnte Ferdinand zu einer gütlichen Einigung, da die Ansprüche berechtigt waren. In einem Schreiben an die Mitglieder des Schwäbischen Bundes geißelte der bayrische Rat Eck im Namen Herzog Christophs das unrechtmäßige Vorgehen der Habsburger und prangerte es als willkürlichen Übergriff  an.[20] Doch König Ferdinand wollte das Land für das Habsburgische Herrscherhaus erhalten. Die Initiativen aus Bayern belasteten das Verhältnis von Vater Ulrich und Sohn Christoph. Herzog Ulrich sah in seinem Sohn einen Rivalen. Seit 1533 stand der ehemalige württembergische Kanzler Ambrosius Volland[21] Christoph als Rat zur Seite. Da er im Streit mit Herzog Ulrich geschieden war, vertiefte diese Berufung den Graben zwischen Vater und Sohn. Doch es gelang Ambrosius Volland mit guter Rechtskenntnis beim Schwäbischen Bund für Christoph zu werben. Ende 1533 kam Christoph nach Augsburg zum Reichstag. Er wohnte im Dominikanerkloster, einem Bollwerk des alten Glaubens.[22] Auf dem Reichstag gelang es Christoph seinen Anspruch auf Tübingen und Neuffen eindrücklich zu vertreten. In aller Öffentlichkeit wurde die Unrechtmäßigkeit der Herrschaft Ferdinands über Württemberg festgestellt. Die Fürsten bewunderten Christophs Weisheit und Mut.

Schon im Dezember 1533 wurde auf  Betreiben von Landgraf Philipp die Auflösung des Schwäbischen Bundes beschlossen. Obwohl die Habsburger eine Verlängerung anstrebten, lehnte der Schwäbische Bund ab, weil die Württembergische Frage von Ferdinand unbefriedigend und rechtswidrig ungelöst blieb.

Als Herzog Ulrich im Mai 1534 durch die Schlacht bei Laufen das Land zurückeroberte, kam Christoph Ende Juni aufgefordert zu seinem Vater und hörte hier wohl zum ersten Mal eine evangelische Predigt.

 

4. Prinz Christoph am Hof in Paris

Herzog Ulrich misstraute seinem Sohn, da er mehrfach das Land für sich selbst reklamierte hatte. Er schickte seinen Sohn an den französischen Hof (Nov. 1534), damit der Rivale in der Fremde lebt und dem Einfluss der bayerischen Verwandtschaft entzogen war.[23] In Paris wurde er vom französischen König offen aufgenommen und trat in seine Dienste. Der junge Mann widerstand der leichten Moral am französischen Hof.[24] Doch die Spannungen mit dem Vater wuchsen erneut. Denn Bayern versuchte entweder mit König Ferdinand oder Kaiser Karl V Krieg gegen Herzog Ulrich zu führen. Aus diesem Grund nahmen sie Kontakt mit Christoph auf. Im Juni 1536 reiste der bayerische Rat Hans Werner nach Frankreich. Doch Christoph ging nicht nach München. Christoph war nun eine eigenständige Persönlichkeit. In Paris lebte er ganze acht Jahre und erlernte die französische Sprache. In Paris kam der angehende Herzog in Geldnöte, weil er auf großen Fuß lebte und weil die Zahlungen des Vaters ausblieben[25]. Allein die Verwandtschaft aus Bayern unterstützte ihn. In seinen Geldsorgen wandte sich Christoph an Landgraf Philipp, der seine Hilfe zusagte und die Bedeutung einer Hinwendung zum Glauben des Vaters hervorhob. Der Landgraf sandte einen Theologen zu Christoph, der ihm die Gedanken der Reformation erklärte. Immer wieder ermahnte Philipp Herzog Ulrich zur Aussöhnung mit dem Sohn.

Die Kriegsbemühungen Bayerns gegen Herzog Ulrich zu Gunsten von Christoph vertieften den Graben zwischen Vater und Sohn. In vielen Briefen  versuchte Christoph seinen Vater gnädig zu stimmen. Als der Vater endlich einen Boten nach Paris schickte, war Christoph bei seinen Vettern in Bayern.  Die enge Verbindung Christophs an den bayerischen Hof schürten Herzog Ulrichs Sorgen. Seit 1538 wusste Christoph, dass sein Vater ihn enterben wollte und seinen Onkel, Graf Georg von Mömpelgard, ganz oder teilweise an seine Stelle setzen[26]. 

 

5. Aussöhnung mit dem Vater und erste Regierungsverantwortung

Landgraf Philipp von Hessen legte Christoph einen Bekenntniswechsel ans Herz.[27] Der junge Württemberger studierte darauf einige Werke Luthers. Eine Wende trat ein, als Christoph 1539 seine Sympathien für den evangelischen Glauben gegenüber dem württembergischen Gesandten äußerte. Doch aus Rücksicht zu seinen Verwandten aus Bayern, wollte er noch nicht öffentlich zum evangelischen Bekenntnis übertreten. Im Oktober 1541 kam es zu einem Freundschaftsvertrag zwischen Württemberg und Bayern, der durch Vermittlung von Christoph und Landgraf Philipp von Hessen zustande kam. Gleichzeitig kam es zu Streitigkeiten zwischen Herzog Ulrich und seinem Stiefbruder Graf Georg, weil Herzog Ulrich das Jahresgehalt nur teilweise bezahlte. Nun strebte Herzog Ulrich eine Einigung mit seinem Sohn an. Wenige Tage nach dem 27. Geburtstag von Prinz Christoph 1542 kam es zu einem Vertrag zwischen Herzog Ulrich und seinem Sohn.     Christoph wurde als Regent von Mömpelgard eingesetzt.[28] Doch die Einkünfte musste er sich mit Graf Georg teilen[29]. Christoph wurde die Nachfolge als Herzog versprochen, wenn er bei dem evangelischen Glauben bleibe. Herzog Christoph vertiefte sein Wissen, indem er die Werke einiger Reformatoren und die Bibel las, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Die Schriften Martin Luthers überzeugten ihn, so dass er für die lutherische Reformation eintrat. Sein eigenes Studium zeichnete ihn aus, so dass er immer durch eine große Sachkenntnis in theologischen Fragen positiv auffiel. Im November 1543 warb Christoph um Anna Maria von Ansbach (1526 – 1589). Sie war die Tochter des Markgrafen Georg,[30] der bei der Überreichung des Augsburger Bekenntnis mutig zu seinem Glauben stand.[31] Da Graf Georg unerwartet kurz vor der Hochzeit starb, wurde im Februar 1544 nur im kleinen Kreis gefeiert.[32] Die Ehe mit der Tochter eines führenden Vertreters der evangelischen Fürsten steigerte die große Beliebtheit Christophs in Württemberg.[33]

Obwohl Anna Maria und Christoph nach knapp einem Jahr Ehe ein Sohn geschenkt wurde, den sie nach dem Willen des Großvaters Eberhard[34] nannten, hielt Herzog Ulrich das junge Paar finanziell an der kurzen Leine.[35] In Mömpelgard konnte sich Christoph bewähren und hier engagierte er sich als Oberhaupt der evangelischen Kirche. Dabei musste er erleben, dass die Prädikanten meist im Geiste Zwinglis wirkten und manche lutherischen Vorschriften übergingen. Als sich die Auseinandersetzung steigerte und ihr Sprecher nach Basel floh (1545), bestellt Herzog Ulrich den Prädikanten nach Stuttgart zum Gespräch ein. Man fand ohne Rücksprache mit Christoph eine Lösung, die den Wünschen der Prädikanten nachgab. Herzog Christoph empfand den Kompromiss als Niederlage und fühlte sich bloß gestellt.[36] Er musste ein Stück Demut lernen. Noch heute bewährt sich der Weg, dass man zuerst an den kleinen Aufgaben für größere Herausforderungen lernt. Denn Jesus sagt (Lk 16,10): „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu.“
6. Der Schmalkaldische Krieg und seine Folgen

Nachdem Karl V 1544 über Franz I gesiegt hatte, konnte er sich dem konfessionellen Konflikt im Reich widmen. Im Jahre 1545 holte er sich die Unterstützung des Papstes und  des französischen Königs ein. Auf dem Reichstag 1546 gewann er Bayern und Moritz von Sachsen für seinen Krieg gegen die Evangelischen. Im Sommer 1546 zog der Kaiser gegen die evangelischen Fürsten ins Feld. Zuerst standen sich die beiden Heere fast kampflos gegenüber. Die zahlenmäßige Überlegenheit der Evangelischen wurde nicht ausgenutzt.[37] Der Kaiser konnte durch ein Geheimabkommen mit Moritz von Sachsen das Blatt wenden. Kaiser Karl V hatte Moritz von Sachsen die Kurwürde in Aussicht gestellt, wenn er eine zweite Front im Osten eröffnet. Auf dieses Angebot ging der evangelische Moritz von Sachsen ein. Er überfiel das Gebiet seines Vetters, des damaligen Kurfürsten von Sachen. Kopflos eilte Kurfürst Johann Friedrich nach hause. Nun hatte der Kaiser im Süden leichtes Spiel, so dass die evangelischen Fürsten im Frühsommer 1547 kapitulieren mussten. Moritz von Sachsen war nun der Verräter. Herzog Ulrich und Graf Georg wurden mit der Acht bestraft. Herzog Christoph eilte mit seiner Frau in die freie Reichstadt Basel[38]. Der Kaiser versuchte das Interim durchzusetzen. Diese vom Kaiser erlassene Zwischenlösung nahm einerseits evangelische Anliegen auf, aber andererseits führte es zur katholischen Kirche zurück. Nun entstand die groteske Situation, dass fast niemand mit dem Interim zufrieden war. Die katholische Kirche lehnte das vom Kaiser diktierte Interim genauso ab wie die Evangelischen. Der katholischen Kirche waren es zu viele Zugeständnisse und den Evangelischen war das Eigentliche, die evangelische Predigt genommen. In der Ablehnung des Interims waren sich Vater Ulrich und Sohn Christoph einig, aber sie mussten viele Zugeständnisse hinnehmen. Herzog Ulrich musste zwar viele evangelische Pfarrer entlassen, aber er stellte sie als Lehrer oder Katecheten wieder ein. Herzog Christoph sah sich in der Grafschaft Mömpelgard gezwungen bis auf zwei alle anderen evangelischen Prediger zu entlassen. Christoph entschuldigte sich bei Karl V, weil er im Schmalkaldischen Krieg Stellung gegen den Kaiser genommen hatte. Die Entschuldigung wurde angenommen.[39] Auf dem Augsburger Reichstag 1548 wurde Christoph von Karl V in Privataudienz empfangen und der Kaiser versprach, sich für einen Vergleich mit König Ferdinand einzusetzen.

 

7. Herzog von Württemberg

Als Christoph vom nahen Tod seines Vaters unterrichtet wurde, eilte er nach Württemberg. Doch er musste in Calw warten. Der Herzog wollte ihn nicht sehen. Am 6. November 1550 starb Herzog Ulrich. Christoph übernahm im Alter von 35 Jahren schnell die Regierung und ließ sich eilig huldigen, ohne das Einverständnis des Kaisers abzuwarten. Da Herzog Ulrich nach der Schlacht bei Laufen sein Herzogtum nur als Afterlehen der Habsburger erhalten hatte, aber 1546 gegen den Kaiser zu Felde gezogen war, hoffte König Ferdinand wegen des Treuebruchs auf dem Verhandlungswege Württemberg zu bekommen. Der Prozess zwang Herzog Christoph in seinen ersten Regierungsjahren zur Rücksichtnahme auf Kaiser Karl V und König Ferdinand[40].

Der Kaiser drängte Christoph zur katholischen Kirche zurückzukehren und stellte ihm dafür die Beendigung des lästigen Prozesses in Aussicht.[41] Der junge Herzog lehnte alle Angebote ab, mit einer Rückkehr zur katholischen Kirche beim Kaiser seine Lage zu verbessern.[42]  Dazu kamen riesige Schulden[43] und spanische Besatzungstruppen in den Festungen Neuffen, Hohenurach und Hohentübingen. Nun kamen dem jungen Herzog seine Verbindung zu Kaiser Karl V und Beziehungen zu verschiedenen europäischen Herrscherhäusern zu Gute, die er in seinen schweren Jugendjahren geknüpft hat. Herzog Christoph ging auf den Kaiser zu. Es gelang ihm nach zähen Verhandlungen, dass die spanische Besatzung abgezogen wurde[44]. Weiter erklärte er sich bereit, auf das Konzil von Trient eine eigene Delegation zu schicken. Zu diesem Zweck ließ er von Johannes Brenz und anderen Reformatoren ein eigenes Bekenntnis erarbeiten. Das Württembergische Bekenntnis wurde programmatisch im Namen von Herzog Christoph überreicht. Da Herzog Christoph der einzige evangelische Fürst war, der aktiv das Konzil beschickte und ein eigenes Bekenntnis überreichte, lenkte er die Aufmerksamkeit von halb Europa auf sich.[45] Das Bekenntnis unterstreicht die Unabhängigkeit Württembergs in theologischen Fragen. Die Abschnitte beginnen ähnlich wie das Augsburger Bekenntnis von 1530 mit zentralen Glaubensaussagen. Sie werden mit passenden Bibelstellen belegt und Zitate aus den Kirchenvätern weisen nach, dass dies Bekenntnis der wahren katholischen Lehre entspricht.[46] Die erste Delegation brach im Herbst 1551 nach Trient auf und konnte im Januar 1552 das Bekenntnis vorlegen. Die zweite Gesandtschaft mit Theologen wurde nur höfflich begrüßt, aber nie angehört. Eine wirkliche Antwort auf das Bekenntnis hat es nie gegeben. Aber der Akt des guten Willens zeigte Wirkung. Auch der Kaiser ging auf Herzog Christoph zu. Er ging auf die Forderungen des jungen Herrschers ein und übertrug ihn die Regentschaft über Mömpelgard. Der Kaiser drängte seinen Bruder zu einer gütlichen Einigung mit Herzog Christoph. Zuerst passierte nichts. Alle Seiten warteten auf günstigere Zeiten, die dann für Herzog Christoph eintraten.

 

8. Die Flucht des Kaisers

Zwar wusste Herzog Christoph, dass Moritz von Sachsen und Markgraf Albecht von Brandenburg gegen den Kaiser Karl V vorgehen wollten, aber er verweigerte trotz massiven Drängens durch Moritz von Sachsen seine aktive Unterstützung. Für Herzog Christoph blieb Krieg kein Mittel der Politik, was er auch später in seinem Testament festlegte.[47] Er fixierte, dass keiner seiner Nachfolger einen Krieg anfangen oder provozieren darf.

Als sich im Jahre 1552 der Kaiser ohne schützendes Heer in Innsbruck aufhielt, zog kein anderer gegen ihn als der neue Kurfürst Moritz von Sachsen.[48] Selbst der katholische Herzog von Bayern hielt wohlwollende Neutralität und ein französisches Heer rückte von Westen heran.[49] Die Bedrohung vor Augen musste der Kaiser von Innsbruck nach Villach fliehen (Mai 1552). Nun räumte er gezwungener Maßen den evangelischen Fürsten Zugeständnisse ein. Die gefangenen Fürsten wurden befreit und eine gegenseitige Duldung der Konfessionen ins Auge gefasst.[50] Nach zähen Verhandlungen konnte Herzog Albrecht von Bayern im Passauervertrag von 1552 einen Kompromiss erreichen. Herzog Christoph erhält sein Land als Afterlehen, der sich im Gegenzug zu einer Zahlung von 250.000 Gulden verpflichtete.[51] Da Herzog Christoph schon einen riesigen Schuldenberg von seinem Vater übernommen und selbst Schulden angehäuft hatte[52], musste das Geld hauptsächlich durch Steuern aufgebracht. Da die Steuerbewilligung bei den Ständen lag, war Herzog Christoph auf gute Zusammenarbeit mit ihnen angewiesen.[53] Nachdem der Herzog den Tübinger Vertrag von 1514 und einen ständigen kleinen Ausschuss[54] zugestanden hatte, übernahmen sie den größten Teil der Schulden. Feste Steuereinnahmen waren die Ernte für den Kompromiss.

 

9. Berufung von Johannes Brenz

Sofort nach Abschluss des Paussauer Friedensvertrag 1552 stärkte Herzog Christoph die reformatorischen Kräfte.[55] Er berief im Januar 1553 Johannes Brenz zum Propst an der Stiftskirche in Stuttgart[56]. Er schenkte ihm Grundbesitz in Neubulach.[57] Die Predigt von Johannes Brenz besaß neben der Lehre auch praktisch-ethische Teile und zu seinen Amtspflichten gehörten viele Visitationsreisen in der Landeskirche. Nebenher war der Reformator literarisch tätig. Besonders seine Kommentare zu vielen biblischen Büchern lagen ihm am Herzen.

Brenz unterhielt ein besonders herzliches Verhältnis zum Herzog. [58] Der Landesfürst schätzte den Rat von Johannes Brenz und fragte ihn selbst in weltlichen Angelegenheiten. Häufig schrieb Herzog Christoph an den Rand von Akten: „soll dem Stiftspropst vorgelegt werden.“

Das von seinem Vater eingezogene Kirchengut wurde nun einem eigenen Vermögensfond für kirchliche und soziale Aufgaben zugeführt.[59]

 

10. Ordnung ist das halbe Leben

Es gelang durch viele Ordnungen eine leistungsfähige Verwaltung für Staat und Kirche zu schaffen sowie die Korruption einzudämmen. Die Erarbeitung dieser Gesetze trieb er immer wieder voran und nahm interessiert Anteil. So wurden zum Beispiel die Maße und Gewichte in Württemberg vereinheitlicht.[60] Schon 1552 wurde eine erste Ordnung für das Handwerk auf den Dörfern erlassen. „So entstand die – typische württembergische – Mischung von Handwerk und Landwirtschaft“.[61] Da beim Erben die Realteilung den durchschnittlichen Bauern verarmen ließ, milderte diese Maßnahme die Existenznöte der Menschen. Die nachhaltige Aufbauarbeit war das große Verdienst von Herzog Christoph.

Im Frühjahr 1553 schloss sich Herzog Christoph mit Herzog Albrecht von Bayern und Kurfürst Friedrich von der Pfalz sowie einige Bischöfe zu einem Schützbündnis zusammen[62]. Der Friede soll bewahrt werden.

Schon im Januar 1551 gewann er die Landstände, dass auch sie bei dem Kaiser wegen der Religionsfrage vorstellig wurden.[63] Er fand ein gutes Gesprächsklima[64] und da er im Mömpelgard gelernt hatte mit Kompromissen zu leben, gelang die Zusammenarbeit. Nun konnte Herzog Christoph mit gebotener Vorsicht das Interim beseitigen und die evangelischen Geistlichen wieder als Pfarrer einsetzen. Auf diese Weise konnte die Reformation trotz verlorenem Krieg gegen den Kaiser gerettet werden.

Seine kirchlichen Reformen standen unter dem Leitmotiv: Spätere Geschlechter sollen ihm dankbar sein.[65] Schon im Jahre 1552 hatte der Herzog eine kirchliche Zentralbehörde eingerichtet und jährliche Visitationen durch die Superintendenten (Dekane) eingeführt. Anhand eines Fragebogens hatte sich der Vorgesetzte ein Bild von der Gemeindearbeit zu machen. Ganz ähnlich wird bis heute visitiert. Im Jahre 1553 erschien die kleine Kirchenordnung, eine Gottesdienstordnung mit Katechismuserklärungen von Brenz. Hier wurde der unter Herzog Ulrich gefundene Kompromiss für den Predigtgottesdienst festgeschrieben. Liturgie nach reformierter Tradition und die Theologie nach der lutherischen. Der Gottesdienst wird nach dem Vorbild des Prädikantengottesdienstes gefeiert, aber der Katechismus wird nach lutherischer Theologie gelernt. Im Jahre 1559 wurden sämtliche kirchliche Ordnungen in die Große Kirchenordnung zusammengefasst.

Die Pfarrer waren Seelsorger und Aufsichtsbeamte. Sie waren die Vorgesetzten der Lehrer teilweise bis 1919.

 

11. Weitsichtige Kirchenpolitik 

Eine erste Lösung fand das Religionsproblem in Augsburg 1555. In Abwesenheit des Kaisers wurde der Reichstag im Februar eröffnet. Da im März Papst Julius III starb und sein Nachfolger Marcellus II schon am 1. Mai ebenfalls verstarb, war der Einfluss der römischen Kirche stark behindert.[66] Kaiser Karl V überließ seinem Bruder die Verhandlungen. Herzog Christoph nahm sich der Sache aktiv an und galt als führender Kopf der evangelischen Partei.[67] Er widerstand allen Versuchen die Lösung auf die lange Bank zu schieben. Es ist seiner Hartnäckigkeit zu verdanken, dass die Religionsfrage entschieden wurde.[68] Im Augsburger Religionsfriede wurde beschlossen, dass der Landesherr die Religion bestimmt und in den Reichsstädten wie Ulm ein nebeneinander der Konfessionen möglich war.[69] Der „geistliche Vorbehalt“ regelte, dass ein geistlicher Fürst, der zur evangelischen Konfession übertrat, seine weltliche Herrschaft verliert. Dieses Zugeständnis lastete auf dem Gewissen des Herzogs. [70] Der kleine Untertan bekam das Recht der Auswanderung zugestanden.[71]

Herzog Christoph stellt sich immer wieder auf die Seite der evangelischen Sache. Besondere Erwähnung verdient das freundschaftliche Verhältnis zu König Maximilian[72] und seit 1564 Kaiser Maximilian II.[73] Als dieser Interesse am evangelischen Glauben zeigte, schickte er ihm Literatur. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.[74]

 

12. Nachhaltige Schulpolitik

Schon 1536 hatte Herzog Ulrich zuerst in der Burse dann im Gebäude des ehemaligen Augustinerordens das Stift in Tübingen gegründet, um qualifizierte Theologen und Juristen auszubilden.[75] Herzog Ulrich hatte beabsichtigt Klosterschulen einzurichten. Diesen guten Gedanken nahm Herzog Christoph auf[76]. Wenige Monate nach dem Religionsfriede (Sep. 1555) ergriff Herzog Christoph die Initiative. Da im Augsburger Religionsfriede festgelegt wurde, dass reichsständige Klöster in ihrem Bestand gelassen werden sollen, ließ er ab Januar 1556 in dreizehn Männerklöstern Schulen einrichten.[77] Neben dem täglichen Gebet stand der Unterricht im Zentrum der niederen Klosterschulen.[78] Das Stift in Tübingen galt als die höhere Klosterschule. Martin Luther sah, dass ein großer Teil des Klostervermögens aus Stiftungsgeldern stammte, die den christlichen Gottesdienst fördern wollten. Am besten konnte man diesem Zweck entsprechen, wenn das Vermögen der Klöster zur Einrichtung von christlichen Schulen genutzt wird, die dem Pfarrernachwuchs dienten[79].

Die besten Schüler aus den Lateinschulen des Landes durften sich einer Aufnahmeprüfung stellen. Sie wurde schon bald Landexamen genannt. Wer die Prüfung bestand, erhielt einen Freiplatz in einem der Seminare.[80] Jedes Jahr wurden weit über hundert Schüler auf das Landexamen vorbereitet. Da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen vergeben wurde, muss man im Landexamen ein Förderprogramm für die Besten jedes Schuljahrgangs sehen[81]. Auf diese Weise gab es auch Schüler, die das Landexamen nicht bestanden, aber später mit positiven Leistungen auffielen. Ich erinnere an Philipp Matthäus Hahn, der 1752 seine Mutter verlor und danach mehrfach ohne Erfolg am Landexamen teilnahm.[82] Am Ende der Seminarzeit standen normalerweise das altsprachliche Abitur und der Beginn des Theologiestudiums im Stift in Tübingen. Viele wagten auch andere Wege zu beschreiten. Einige Beispiele: Der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler (1571 – 1630)[83], der Universalgelehrte Wilhelm Schickhard (1592 – 1635)[84]. Viele bekante Persönlichkeiten erhielten in den Seminaren ihre Grundkenntnisse.[85] Auf Grund des Stipendiums kamen neben den vielen Pfarrersöhnen und Söhnen der Ehrbarkeit auch manche Kinder aus bürgerlichen Familien in den Genuss eines Studiums[86]. Da für sie die schulgeldpflichtigen Lateinschulen auf Dauer unerreichbar waren, erhielten sie hier die Möglichkeit zu einem sozialen Aufstieg.[87] Denn nach dem Willen der Herzöge Ulrich und Christoph sollte das Stipendium armen und unvermögenden Landeskindern dienen.[88] Es fällt auf, dass neben vielen Berühmtheiten (Gustav Schwab, Wilhelm Hauff, Hermann Kurz und Albrecht Goes) einige Wegbereiter der Reformpädagogik aus dem Seminar hervorgingen. Ich erinnere beispielhaft an den begnadete Pestalozzi Schüler Bernhard Gottlieb Denzel (1773 – 1838), der das erste Lehrerseminar in Württemberg (Esslingen) aufbaute und bis zu seinem Tod leitete[89] und der bedeutende Leiter des Lehrerseminars Nürtingen Theodor Eisenlohr (1805 – 1869).[90] Wissenschaftler von Rang zum Beispiel der Missionar und Sprachwissenschaftler Herrmann Gundert (1814 – 1893) oder Eberhard Nestle (1851 – 1913), der das erste griechische NT mit einem textkritischen Apparat herausgab. Weiter fällt auf, dass viele führende Köpfe des württembergischen Pietismus das Seminar besuchten: Johann Andreas Hochstetter (1637 – 1720),[91] der dem Pietismus in der Landeskirche Heimatrecht eröffnete, die vielen Schüler Johann Albrecht Bengels (1687 – 1752) [92], der wissenschaftliche Forschung mit persönlicher Frömmigkeit[93] verband: Als Beispiele seien genannt: der Liederdichter Philipp Friedrich Hiller (1699 – 1769)[94], der Dettinger Pfarrer Friedrich Christoph Steinhofer (1706 – 1761), der in seiner Filiale Hülben bleibende Segensspuren hinterließ[95]der gelehrte Friedrich Christoph Oetinger (1702 – 1782)[96], der geniale Pädagoge Johann Friedrich Flattich (1713 – 1797)[97], der Erweckungsprediger Ludwig Hoffacker (1798 – 1828)[98], der für viele Christenmenschen eine Hilfe zum Glauben wurde; der Gründer des Bruderhauses und Industriepionier Gustav Werner (1809 – 1887)[99], der mutige Bußprediger in Oberlenningen Julius von Jan (1897 – 1964)[100], der mehrfache Autor und Schwiegervater von Rolf Schefbuch Kirchenrat Karl Gutbrod (1905 – 1983), Landesbischof Theo Sorg (* 1929) und Prälat Ulrich Mack (*1951). Wenn ich heute hier diesen Vortrag halte, darf einer nicht fehlen: Dekan Adolf Götz, der aus Böhringen stammt. Die Beispiele zeigen, dass die Klosterschulen die Landeskirche und auch führende Köpfe des württembergischen Pietismus geprägt haben. Die Klosterschulen haben sich bewährt.

Daneben erließ Herzog Christoph eine Schulordnung, die eine allgemeine Schulbildung zum Ziele hatte.[101] An allen Orten sollte eine deutsche Schule eingerichtet werden, damit die Jugend in der Furcht Gottes und der rechten Lehre erzogen wird.[102] Ohne Zwang, aber zum Wohlergehen der hart schaffenden Untertanen ordnete der Herzog eine Elementarschule für alle Dörfer an.[103] Es gelang bis zum Jahre 1600, dass in über 80 % der Dörfer eine Schule gegründet wurde.[104] Sie hießen deutsche Schulen, die auch von Mädchen besucht wurden. Am Ende des dreißigjährigen Krieges wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt.

 

13. Missionarische Aktivität

Dazu kam, dass Herzog Christoph missionarische Aktivitäten unterstützte. Primus Truber, der aus Krain stammte, wurde wegen seiner evangelischen Predigten aus der Heimat ausgewiesen. Als er über Nürnberg (Veit Dietrich), Rothenburg ob der Tauber und Kempten nach Württemberg kam, nahm Herzog Christoph ihn auf. Primus Truber wollte seine Schwestern und Brüder im Glauben unterstützen. In dieser Absicht begann er mit der Übersetzung evangelischer Schriften in die Sprache seiner Heimat[105]. Da er der erste war, der etwas in slowenischer Sprache drucken ließ, musste er ein Abc schaffen. Herzog Christoph richtete ihm in Urach 1560 die erste evangelische Bibelanstalt ein, die er ab 1561 selbst betreute. Ab 1566 war Primus Truber bis zu seinem Tod 1586 Pfarrer in Derendingen und konnte mit seinen Bibeln den Christen in seiner Heimat dienen.

Eine aktive Unterstützung der Hugenottenkriege lehnte Herzog Christoph ab, aber er gewährte den Glaubensflüchtlingen großzügige Hilfe.[106]

 

14. Die Milde des Alters und sein früher Tod

Einerseits trat Herzog Christoph immer wieder für die evangelische Lehre ein und duldete in seinem Land keine falsche Lehre. Am Ende seines Lebens tolerierte er die Vielfalt des Protestantismus.[107] Andererseits forderte er einen Verzicht auf konfessionelle Polemik und versuchte, die Meinungsunterschiede unter den Protestanten beizulegen. Es gelang ihm, alle kriegerischen Auseinandersetzungen von seinem Land fern zu halten.

Er aß und trank im Übermaß, was wohl zu seinem frühen Tod beitrug.[108] Von den zwölf Kindern verstarben zwei früh. Von seinem ältesten Sohn Eberhard (1545 – 1568) war Herzog Christoph enttäuscht, denn er stürzte sich ins Vergnügen und trank zuviel[109], ohne sich auf seine künftige Aufgabe als Herzog vorzubereiten. Doch Eberhard starb vor seinem Vater. Wenige Tage nach Weihnachten im Jahre 1568 verstarb Herzog Christoph und sein zweiter Sohn Ludwig wurde neuer Herzog. Die Lebensleistung von Herzog Christoph verdient „höchsten Respekt“.[110] Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Herzog Christoph -  Der Retter der Reformation in Württemberg

 

1. Beschwerliche Kindheit

Als Herzog Ulrich aus Württemberg vertrieben wird, beginnt für Christoph eine Odyssee.

 

2. Der Augsburger Reichstag 1530 und das Unrecht gegenüber Württemberg

Hier hörte er von seinem Anspruch auf die Herrschaft in Württemberg.

Hier wurde König Ferdinand als Herrscher über Württemberg eingesetzt.

 

3. Christophs Flucht und sein Ringen um sein Erbe

 

4. Prinz Christoph am Hof in Paris

Herzog Ulrich schickte seinen Sohn nach Paris, weil er ihm nicht vertraute.

Hier las Christoph erste reformatorische Werke und die Bibel.

 

5. Aussöhnung mit dem Vater und erste Regierungsverantwortung

Auf Vermittlung von Landgraf Philipp von Hessen kommt es 1542 zur Aussöhnung mit dem Vater und Christoph übernimmt erste Regierungsverantwortung in Mömpelgard.

 

6. Der Schmalkaldische Krieg und seine Folgen

1546 zog der Kaiser gegen die Evangelischen in den Krieg.

Moritz von Sachsen eröffnete eine zweite Front, so dass die Evangelischen unterlagen.

 

7. Herzog von Württemberg

1550 stirbt Herzog Ulrich. Christoph lässt sich schnell als Herzog huldigen und geht auf den Kaiser zu.

 

8. Die Flucht des Kaisers

Moritz von Sachsen setzt den Kaiser mit einem anrückenden Heer unter Druck. Der Kaiser flieht von Innsbruck nach Villach und ist nun zu Zugeständnissen bereit.

 

9. Berufung von Johannes Brenz

Er wurde Probst an der Stiftskirche in Stuttgart und Vertrauter des Herzogs

 

10. Ordnung ist das halbe Leben

Leistungsfähige Verwaltung für Staat und Kirche.

Erste Ordnung für das Handwerk, Mischung von Handwerk und Landwirtschaft

 

11. Weitsichtige Kirchenpolitik

Der Landesherr bestimmt das Glauben. In großen Städten beide Konfessionen.

Recht auf Auswanderung. Liturgie reformiert, Theologie lutherisch

 

12. Nachhaltige Schulpolitik

- Klosterschulen

- Dorfschulen

 

13. Missionarische Aktivität

Primus Truber, Unterstützung der Hugenotten

 

14. Die Milde des Alters und sein früher Tod


[1] Vgl. I. Trobisch Youngdale/Lauren Youngdale, Älter werden ist nicht schwer – reifer werden aber sehr, S. 116.

[2] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 26.

[3] Vgl. F. Brendle, Herzog Ulrich, in: Siegfried Hermle (Hg.), Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts, S. 204. Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 35.

5 Vgl. J. E. Pfister, Herzog Christoph, S. Kurze Zeit waren sie bei Großvater Heinrich auf Hohenurach, der aber am 15. April 1519 starb.

[5]Vgl. F. Brendle, Herzog Ulrich, in: Siegfried Hermle (Hg.), Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts, S. 206f.

[6] Sie war die Schwester von Kaiser Maximilian und somit nahe Verwandte zu den Habsburgern. Vgl. H. Decker-Hauff, Frauen im Hause Württemberg, S. 68.

[7] Vgl. H. Ehmer, Kleine Geschichte der evangelischen Kirche in Württemberg, S. 26.

[8] Vgl. S. Dieterich, Württembergische Landesgeschichte, S. 125.

[9] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 112.

[10] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 112.

[11] Er stammte aus Krain und hat durch die Türken die Eltern verloren. Er bekam ein Stipendium und konnte in Wien studieren. 

[12] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 13. J. Pfister, Herzog Christoph II, S. 5.

[13] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 83.

[14] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 85. Ferdinand war ab 1531 König.

[15] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 113.

[16] Vgl. B. Kugler, Christophs Jugend, S. 13.

[17] Vgl. H. Schukraft, Kleine Geschichte des Hauses Württemberg, S. 68.

[18] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 116.

[19] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 90f.

[20] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 120.

[21] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 99.

[22] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 132f.

[23] S. Lorenz/D. Mertens/V. Press (Hg.), Das Haus Württemberg, S. 108.

[24] Vgl. J. Pfister, Herzog Christoph Bd. II, S. 13.

[25] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 132f.

[26] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 153.

[27] S. Lorenz/D. Mertens/V. Press (Hg.), Das Haus Württemberg, S. 108; J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 139.

[28] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 154.

[29] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 160.

[30] Vgl. H. Schukraft, Kleine Geschichte des Hauses Württemberg, S. 76.

[31] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 167.

[32] Vgl. B. Kugler, Christophs Jugend, S. 60.

[33] Vgl. A. Kohler, Karl V, S. 305.

[34] In Erinnerung an Eberhard I bzw. Graf Eberhard im Bart. Vgl. Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 184.

[35] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 170.

[36] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 299.

[37] Vgl. A. Kohler, Karl V, S. 301.

[38] Vgl. J. E.  Pfister, Herzog Christoph, S. 180.

[39] Vgl. F. Brendle, Dynastie, Reich und Reformation, S. 319.

[40] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 29. Ferdinand war Kläger und Karl V Richter in Prozess um die Lehensuntreue.

[41] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 456.

[42] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 55f.

[43] Vgl. J. E. Pfister, Herzog Christoph zu Wirttemberg, S. 269.

[44] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 44f.

[45] Vgl. B. Kugler, Christoph, Herzog zu Wirttemberg, S. 178.

[46] Vgl. M. Brecht/H. Ehmer, Confessio Virtembergica, S. 40ff.

[47] Vgl. M. Brecht/H. Ehmer, Südwestdeutsche Reformationsgeschichte, S. 312. Damit folgt er dem Rat Erasmus, der die Sorge für den Frieden jedem Fürst ans Herz legte. Vgl. Erasmus von Rotterdam, Fürstenerziehung, Kurt Kluxen (Hg.), S. 143ff.

[48] A. Kohler, Karl V, S. 338f.

[49] Vgl. B. Moeller, Deutschland in Zeitalter der Reformation, S. 166.

[50] Doch Moritz von Sachsen starb schon 1553 im Markgrafenkrieg. Vgl. B. Moeller, S. 168.

[51] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 112f. Da die Habsburger immer in Geldnöte waren, stellten sie schnell solche Forderungen. Vgl. A. Kohler, Karl V, S. 143ff. Es wurde in drei Raten gezahlt. Vgl. Kugler, S. 236.

[52] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 169ff.

[53] Vgl. H. Ehmer, TRE VIII, S. 70. Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 46f.

[54] Er sollte die Bezahlung der Schulden überwachen, da Herzog Ulrich viele Gelder, die zur Schuldentilgung gedacht waren, anders verwendet hatte. Vgl. Kugler, S. 295f + 301.

[55] Vgl. Kugler, S. 323ff.

[56] Vgl. Kugler, S. 328.

[57] Vgl. M. Brecht, Johannes Brenz, in: Siegfried Hermle (Hg.), Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts, S. 325ff.

[58] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 18f, 62ff.

[59] Vgl. S. Lorenz/D. Mertens/V. Press (Hg.), Das Haus Württemberg, S. 110; H. Ehmer, H. Frommer, R. Jooß; J. Thierfelder, Gott und Welt in Württemberg, S. 87.

[60] Vgl. Kugler, S. 318.

[61] L. von Stieglitz, Zünfte in Württembeg, S. 17.

[62] Vgl. Kugler, S. 255.

[63] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 47f.

[64] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 452.

[65] Vgl. W. Grube, Der Stuttgarter Landtag, S. 229.

[66] Sie blieb auch überraschend passiv. Vgl. A. Kohler, Karl V, S. 349.

[67] Vgl. M. Vgl. Kugler, S. 354.

[68] Vgl. M. Vgl. Kugler, S. 359f.

[69] Waßner, Kleine Geschichte Baden Württembergs, S. 78.

[70] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 222f; V. Ernst, Briefwechsel Bd. IV Nr. 3 Auch die Räte wussten hier keine andere Lösung vgl. V. Ernst, Briefwechsel Bd. IV Nr. 146.

[71] Vgl. M. Brecht/H. Ehmer, Südwestdeutsche Reformationsgeschichte, S. 313.

[72] Vgl. V. Ernst, Briefwechsel Bd. IV Nr. 91.

[73] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 327f.

[74] Ab der Königswahl 1562 kühlte das Verhältnis schnell ab. Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 330ff.

[75] Vgl. H. Hermelink, S. 73.

[76] Vgl. A. Gaub, Kloster Blaubeuren, S. 33.

[77] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 11. Damit gelang ein „nachhaltiger Aufschwung des Bildungswesens“; H. Ehmer, Blätter für württembergische Kirchengeschichte 2007, S 123. Vgl. M. Langenstiener, S. 241. In Hessen wurden Klöstern auch in Spitäler umgewandelt, in denen Alte und Kranke versorgt wurden. Auch in Sachsen wurden in einigen Klöstern Fürstenschulen eingerichtet. Schon unter Herzog Ludwig wurde die Anzahl auf  zehn und unter Herzog Friedrich I auf vier Klosterschulen verringert. Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 18f.

[78] Vgl. J. Pfister, Herzog Christoph, S. 482.

[79] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 12f. M. Luther, An den christlichen Adel

[80] Zu einem solchen Freiplatz gehörten auch Sachleistungen wie Kleidung und Geld für die Heimfahrt. Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 25; S. Dieterich, Württembergische Landesgeschichte, S. 124.

[81] Vgl. O. Deutelmoser, Die Ehrbarkeit, S. 139; I. + W. Jens, Eine deutsche Universität, S. 109.

[82] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 24. Auch Eduard Mörike hat das Landexamen nicht bestanden. Er hat nur mit Hilfe verwandtschaftlicher Beziehung noch einen Seminarplatz erhalten.

[83] Vgl. H. Albrecht, Schwäbische Forscher und Gelehrte, S. 27ff.

[84] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 92; H. Albrecht, Schwäbische Forscher und Gelehrte, S. 33ff.

[85] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 88ff.

[86] Vgl. S. Dieterich, Württembergische Landesgeschichte, S. 124.

[87] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 42; A. Gaub, Kloster Blaubeuren, S. 34; B. Mann, Kleine Geschichte des Königreichs Württemberg, S. 69.

[88] Vgl. Vgl. Hahn/Mayer, Das Evangelische Stift, S. 162.

[89] Vgl. E. Schmid, Geschichte des württembergischen evangelischen Volksschulwesens von 1806 – 1910, S. 66ff.

[90] Vgl.  H. Ehmer/S. Hermle, Blätter für württembergische Kirchengeschichte 2007, S. 54f; E. Schmid, Geschichte des württembergischen evangelischen Volksschulwesens von 1806 – 1910, S. 216ff.

[91] Vgl. G. Schäfer, Zu erbauen und zu erhalten das rechte Heil der Kirche, S. 117f.

[92] Vgl. G. Schäfer, Zu erbauen und zu erhalten das rechte Heil der Kirche, S. 157f. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 79f.

[93] Vgl. D. Ising, Die württembergischen Klosterschulen, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 2007, S. 111; H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 38.

[94] Vgl. H. D. Frauer, Das schwäbische Paradies, S. 51.

[95] Vgl. G. Schäfer, Zu erbauen und zu erhalten das rechte Heil der Kirche, S. 158.

[96] Vgl. M. Greschat, Gestalten der Kirchengeschichte VII, S 373.

[97] Vgl. H. D. Frauer, Das schwäbische Paradies, S. 59.

[98] Vgl. H. D. Schneider/H. Veitshans, 250 Jahre Altpietistische Stunde in Öschingen, S. 47.

[99] Vgl. K. Bartel, Gustav Werner, S. 35ff.

[100] Vgl. H. Ehmer (Hg.), Evangelische Klosterschulen und Seminare in Württemberg, S. 98.

[101] Vgl. H. Schukraft, Kleine Geschichte des Hauses Württemberg, S. 77. J. Pfister, Herzog Christoph, S. 479.

[102] Vgl. J. Pfister, Herzog Christoph, S. 479; B. Kugler, S. 377.

[103] H. Ehmer, H. Frommer, R. Jooß; J. Thierfelder, Gott und Welt in Württemberg, S. 87.

[104] Vgl. H. Ehmer, Johannes Brenz als Reformator der Schule, in: Blätter (2000), S. 262f.

[105] Vgl. J. E. Pfister, Herzog Christoph zu Wirttemberg, S. 386f.

[106] Vgl. S. Lorenz/D. Mertens/V. Press (Hg.), Das Haus Württemberg, S. 111.

[107] Vgl. M. Langensteiner, Für Land und Luthertum, S. 413.

[108] Vgl. S. Lorenz/D. Mertens/V. Press (Hg.), Das Haus Württemberg, S. 111.

[109] Vgl. J. Pfister, Herzog Christoph Bd. II, S. 68ff.

[110] S. Dieterich, Württembergische Landesgeschichte, S. 135.